Wie kann Klimabildung junge Menschen dazu befähigen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und selbst aktiv zu werden? Genau dieser Frage widmete sich der Seminarkurs unseres beruflichen Gymnasiums gemeinsam mit seinen Lehrer*innen Frau Granget und Frau Schulz.
Den Ausgangspunkt bildete der Artenschutztag des Karlsruher Zoos, bei dem unsere Schüler*innen gezielt nach möglichen Kooperationspartner*innen für ihr Projekt suchten. Daraus entstand schließlich die Zusammenarbeit mit der KEK – Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur. Durch die hilfreiche Unterstützung der KEK nahm der gesamte Kurs an verschiedenen Climate Fresks (Klimapuzzles) teil, wodurch das im Unterricht erworbene Wissen vertieft werden konnte und zugleich eine weitere Kooperation entstand: Im Februar wurde der gesamte Kurs im Rahmen eines Workshops an unserer Schule zu Climate Fresk-Moderator*innen ausgebildet. Dabei setzten sich die Schüler*innen intensiv mit den wissenschaftlichen Zusammenhängen des anthropogenen Klimawandels auseinander und lernten, komplexe Inhalte verständlich und zielgruppengerecht zu vermitteln.
Die Ausbildung blieb jedoch nicht beim eigenen Lernen stehen. Unsere Schüler*innen übernahmen Verantwortung und wurden selbst aktiv: In Kleingruppen besuchten sie die Ethikkurse der Klassenstufe 6 des Lessing-Gymnasiums Karlsruhe, eine 5. Klasse des Helmholtz-Gymnasiums Karlsruhe sowie eine 8. Klasse der Realschule Karlsbad. Dort führten sie eigenständig Klimapuzzle-Workshops mit den Schüler*innen durch.




Das Klimapuzzle ermöglicht einen kreativen und handlungsorientierten Zugang zu den komplexen Zusammenhängen des Klimawandels. Durch das gemeinsame Arbeiten mit den Karten erkennen die Teilnehmenden Ursachen, Folgen und Wechselwirkungen selbstständig und entwickeln eigene Ideen für Handlungsmöglichkeiten. So wird Klimabildung nicht nur zu Wissensvermittlung, sondern auch zu einem Beitrag demokratischer und gesellschaftlicher Teilhabe: Junge Menschen werden befähigt, globale Herausforderungen besser zu verstehen und sich aktiv mit ihnen auseinanderzusetzen.
Besonders beeindruckend war dabei, mit wie viel Eigenverantwortung, Fachwissen und Engagement unsere Schüler*innen ihre Workshops vorbereiteten und moderierten. Sie übernahmen die Rolle von Multiplikator*innen und machten komplexe wissenschaftliche Inhalte für jüngere Schüler*innen verständlich und greifbar.
Das gesamte Projekt folgte dem Ansatz des Service Learning. Dabei werden Unterrichtsinhalte mit gesellschaftlichem Engagement verbunden. Fachliches Lernen wird so mit praktischem Handeln, Verantwortungsübernahme und gesellschaftlicher Wirksamkeit verknüpft. Die Schüler*innen konnten dadurch nicht nur ihre eigenen Kenntnisse vertiefen, sondern zugleich einen konkreten Beitrag zur Klimabildung anderer junger Menschen leisten.



Besonders wertvoll war für die Schüler*innen außerdem der persönliche Austausch mit Herrn Baumann von der BBBank Stiftung. Er unterstützte das Projekt nicht nur finanziell, sondern besuchte den Seminarkurs auch persönlich, um unter anderem Einblicke in die Arbeit von Stiftungen und gesellschaftliches Engagement zu geben. Dieser Wissenstransfer bot unseren Schüler*innen einen spannenden und praxisnahen Einblick in Bereiche gesellschaftlicher Verantwortung, die im Unterricht sonst häufig nur theoretisch behandelt werden.
Gerade angesichts globaler Herausforderungen wie dem anthropogenen Klimawandel sind solche Lernangebote von besonderer Bedeutung. Sie fördern kritisches Denken, Verantwortungsbewusstsein und demokratische Teilhabe und zeigen, wie Schule junge Menschen dazu befähigen kann, Zukunft aktiv mitzugestalten.
Ein besonderer Dank gilt der BBBank Stiftung für die Unterstützung der Ausbildung der Schüler*innen zu KlimaPuzzle-Moderator*innen sowie allen beteiligten Kooperationspartner*innen, die dieses Projekt ermöglicht und begleitet haben.





