CES-Klimatag 2021

Am 23.7. haben wir uns sehr über unsere Gäste von „Scientists for future“ gefreut: Herrn Prof. Peter Knippertz und Herrn Dr. Volker Stelzer – beide arbeiten am KIT – sowie Herrn Michael Zonsius (TEN Training). Ihr inspirierender Vortrag über den Klimawandel wurde am Morgen in alle Klassenzimmer gestreamt.

Informationen über die Ursachen des Klimawandels und die absolut notwendigen Schritte, um eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C zu erreichen, stießen bei den Zuhörern auf offene Ohren. Besonders eindrücklich waren die Darstellungen der konkreten Maßnahmen in den Bereichen Abfall, Landwirtschaft, Gebäude, Verkehr, Industrie und Energie, die umgesetzt werden müssen, um dieses Ziel zu erreichen.

Wie sehr junge Menschen von den großen Klimathemen unsere Zeit berührt sind, wurde in der anschließenden Fragerunde deutlich: circa 300 Schüler*innen hatten die Gelegenheit, ihre Rückfragen per Chat an die Klimaexperten zu richten. So wollten sie wissen, welche Rolle der Kohleausstieg für die CO2-Einsparung spiele, warum Regierungen nicht mehr Geld in die Hand nähmen, obwohl doch jeder wisse, wie notwendig es ist, JETZT Maßnahmen umzusetzen oder inwiefern Meeres- und Luftströmungen vom Klimawandel beeinflusst werden,

Der gedankliche Input führte zu lebhaften Diskussionen in den Klassen und mündete schließlich in eigene Projektideen, wie der Klimaschutz an unserer Schule weiter vorangetrieben werden kann. Und damit den Worten auch Taten folgen, wurden zahlreiche Projektpläne inklusive Teilschritten und Terminierung verfasst. Die ersten Feedbacks gab es noch am gleichen Tag, als sich mehrere Klassen zusammenschalteten und gegenseitig ihre Projekte präsentierten.

Für unsere Berufsschüler*innen gab es von der IHK, vertreten durch Herrn Ilja Lifschitz, ein weiteres Angebot: sie hat unsere Schule und die Berufsschulklassen dazu eingeladen hat, Betriebe bei aktuellen und zukünftigen Projekten mit ins Boot zu holen. Sie können als Projektpartner mit Arbeitskraft und finanziellen Ressourcen einen entscheidenden Beitrag leisten. Der IHK-Vertreter besuchte die Projektgruppen der Berufsschulklassen hierzu auch direkt in den Klassenzimmern.

Und so werden Zukunftsideen geboren!

Da sollen Klassenzimmer, Schul- und Unternehmensgelände begrünt werden, um den CO2-Gehalt in der Luft zu reduzieren, aber auch über die Wiederbelebung unseres ehemaligen Dachgartens – verbunden mit der Gründung einer Garten-AG – wird nachgedacht.

Dem Insektensterben soll zudem mit der Errichtung von Hochbeeten, die bienenfreundliche Aussaaten erhalten, begegnet werden.

Ein Pfandflaschensystem und eine Reparaturwerkstatt für Fahrräder und Elektro-Kleingeräte an der Schule zu etablieren oder auf nachhaltige Tafelreinigungsmaterialien umzustellen sind weitere Ideen.

Wasserbrunnen besitzt die CES glücklicherweise bereits – deren Nutzung kann laut Meinung einer Klasse aber durchaus erhöht werden. Und deshalb soll für die Verwendung plastikfreier Getränkeflaschen und deren Füllung am Wasserspender geworben werden.

Eine Klasse möchte die Handhygiene, die in Pandemiezeiten den Verbrauch von Wasser, Seife und Papier erhöht hat, mit nachhaltigeren Materialien und Sensor-Wasserhähnen ressourcenschonender gestalten, eine andere plant eine klimatisierende Mooswand mit der Doppelfunktion als Insektenhotel.

Auch Müll und Zigarettenkippen auf dem Schulgelände wird der Kampf angesagt: weitere Müllbehälter und das zweimalige Einsammeln der Kippen werden unsere Hausmeister erfreuen.

In den Laboren soll weniger Abfall entstehen: dort wird zum einen die Reduktion von Verbrauchsmaterialien angestrebt, zum anderen der Einsatz klimaneutral hergestellter Produkte und wiederverwendbarer Materialien.

Recycling ist klimaschonend. So könnten aus Abfallprodukten in kreativer Arbeit neue Produkte oder Deko-Objekte entstehen, deren Verkaufserlöse wiederum klimaschützenden Projekten zugeführt werden.

Der Aufklärung und Information will sich eine Klasse verschreiben, die eine Webseite plant, die darüber informiert, wie man klimafreundlich leben kann. Andere Gruppen können dort ihre Projekte präsentieren, ergänzt durch Berichte über Aktuelles in der Umwelt und über Projekte, die beim Kampf gegen den Klimawandel helfen. Die Webseite soll auch eine social media-Komponente enthalten, da Foren als Treffpunkt für Leute eingeplant werden, die sich für den Klimawandel interessieren.

In einem größeren Rahmen denken Schüler*innen das Thema Mobilität, wenn sie sich mit der Umstellung der Fahrzeugflotte eines Car-Sharing-Unternehmens von Verbrennungs- auf Elektroantriebe beschäftigen oder von der Stadt Karlsruhe günstigere ÖPNV-Tarife für Auszubildende fordern.

Das Thema Resistenz von Bäumen in einem Feldversuch zu bearbeiten, wenn Pilzsamen in Wäldern ausgesät werden sollen, um zu untersuchen, ob in der Symbiose mit Bäumen beide Seiten gestärkt werden, kann schon als Forschungsprojekt bezeichnet werden. Dies muss selbstverständlich in Kooperation mit den Forstbehörden geschehen.

Wir Lehrer*innen an der CES sind überwältigt von der Kreativität und dem Einfallsreichtum unserer Schüler*innen und bedanken uns bei ihnen, den externen Referenten sowie allen helfenden Händen, die für das Gelingen dieses abwechslungsreichen Tages Sorge getragen haben!